• Vorderseite des Flugblatts zum Weltspartag, der 1926 noch am 31. Oktober stattfand : © Historisches Archiv des OSV/ Depositum Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien

Weltspartag vor 100 Jahren in Großschönau

In unserem Archiv in Potsdam verwahren wir einige historische Bestände von Mitgliedssparkassen des Verbandes, welche sie fachgerecht gesichert sehen möchten. Natürlich ist gleichzeitig auch an deren Nutzung für die Öffentlichkeitsarbeit gedacht. So konnten wir beispielsweise die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien bei ihrem runden Jubiläum 2025 tatkräftig unterstützen. Es entstand eine Ausstellung zu ihrer Geschichte für alle Geschäftsstellen.

Im vielfältigen Depositalbestand dieser sächsischen Sparkasse gibt es auch eine besondere Akte aus Großschönau, auf die anlässlich des heutigen Weltspartags einzugehen ist. Sie enthält zahlreiche alte Werbemittel, etwa das abgebildete Flugblatt im Format DIN-A4. Die Vordruckstelle beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin stellte damals solches einheitliches Reklamematerial preiswert zur Verfügung.

Auf der Rückseite des Blatts wurde der Weltspartag als Tag der Besinnung bezeichnet. Für das Volk, die Regierung, das Parlament und die Wirtschaft sei Sparsamkeit bitternotwendig. Verständlich, so wenige Jahre nach der Hyperinflation. Den Menschen wurde eine einfache und sparsame Lebensführung empfohlen. Unter anderem für die Tage des Alters gelte es vorzusorgen. Dabei wollten die Sparkassen helfen. Denn sie sammelten sogar erübrigte Kleinbeträge, die dann auf dem Sparbuch landeten, welches hier das zentrale Bildmotiv dargestellt.

  • Eine kleine Schau ohne Anfang und Ende entstand im Vorstandsbereich der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Das Thema "Zeit & Geld" wird hier präsentiert durch besondere Stücke aus dem Projekt der limitierten Uhreneditionen zugunsten des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche sowie durch eine Sparuhr aus den 1930er Jahren, die nur mit Einwurf einer Münze funktionierte. : © Historisches Archiv des OSV

  • Begleittext für den Einstieg in die ... : © Historisches Archiv des OSV

  • Die Zusammenarbeit mit der zuständigen Referentin Kunst der Sparkasse, Sylvia Lemke, war hochkonzentriert und produktiv. : © Historisches Archiv des OSV

  • Doch auch der Spaß an der Arbeit kam nicht zu kurz, stets verbunden mit kreativen Änderungen bei Auswahl und finaler Zusammenstellung. : © Historisches Archiv des OSV

  • Heute - damals. Der Vergleich verdeutlicht: Der Wandel hat sich gelohnt. Das Interesse an der modern und zeitlos wirkenden Ausstellung, zu der auch die von Visulabor gestalteten Rückwände maßgeblich beitragen, war von Anfang an sehr groß. Erste Führungen zeigen, es funktioniert. : © Historisches Archiv des OSV

Dialoge

Wer Sparkassengeschichte erleben will, der ist bei der Ostsächsischen Sparkasse in Dresden (OSD) mehr als richtig. Am Güntzplatz 5, dem Hauptsitz, wurde mit unserer Hilfe bereits vor einigen Jahren der History Point eröffnet. Seitdem stößt er auf reges Interesse, zaubert bei Führungen den Gästen stets ein begeistertes Lächeln ins Gesicht, motiviert zur Auseinandersetzung und Mitteilung eigener Erfahrungen und Erinnerungen. Auf diese Weise konnte gerade auch durch Zeitzeugenberichte der Wissensschatz rund um die Arbeit in den Sparkassen des heutigen Geschäftsgebietes der OSD sukzessive erweitert werden. Story folgte auf Story – und natürlich werden diese nicht nur bewahrt, sondern auch weitergetragen.

Der Erfolg des History Points war ausschlaggebend für die Umsetzung einer weiteren Idee, wo Geschichte ganz selbstverständlich eine der beiden Hauptrollen übernehmen sollte und mit interessanten Objekten punkten würde. Ziel war es, durch die Neugestaltung der Vitrinen im Vorstandsbereich, wo sich Konferenzräume befinden und viele Begegnungen stattfinden, eine moderne, zeitlose und vor allem inspirierende Schau zu kreieren. Die zweite Hauptrolle bekam zeitgenössische Kunst. Ihre Verbindung zur Sparkasse hat inzwischen ebenfalls eine lange Tradition. Aus der beeindruckenden Sammlung konnten faszinierende Werke für diesen Zweck ausgewählt werden.

Vor zwei Wochen fand das Projekt seinen Abschluss. Die sofortige positive Resonanz gab unserer Umsetzung recht. Es funktioniert. Beschäftigte und Gäste werden nun von Objekten aus Sparkassengeschichte und Kunst begrüßt und durch die spannungsgeladene Komposition zum Dialog angeregt. Sechs Begriffspaare zum Weiter-, Quer- und Andersdenken erleichtern den Einstieg in den gemeinsamen Austausch: „Zeit & Geld“, „Sicherheit & Risiko“, „Formalismus & Freiheit“, „Fantasie & Realität“, „Orte & Begegnungen“ sowie „Sparen & Ausgeben“. Sie alle haben mit beiden Welten zu tun. Bewusst verzichteten wir übrigens auf Interpretationen sowie Erläuterungen zu Auswahl und Zusammenstellung, um den größtmöglichen Freiraum für eigene Gedanken und Ideen zu lassen. Lediglich die Objektbeschreibung ist den Ausstellungsstücken beigegeben. Was sich daraus entwickelt, bleibt den Dialogpartnern überlassen.

  • preußischer Taler, geprägt 1830 : © Historisches Archiv des OSV

25 Taler für nützliche Hinweise

Die Sparkasse Uckermark ist die brandenburgische Sparkasse mit den ältesten Wurzeln. Sie liegen im historischen Kreis Templin. Dort gründeten einige Grundbesitzer im Frühjahr 1822 die erste Sparkasse in der Region. Erwähnenswert ist ein ähnliches Projekt im Nachbarkreis. Vor genau 200 Jahren eröffnete nämlich im Kreishaus Angermünde ebenfalls eine private Sparkasse. Auch hier waren es wohlhabende Grundherren, die einen Sparkassenverein ins Leben riefen und gemeinsam für die Sicherheit der Einlagen hafteten.

Viel Interessantes zur Entwicklung dieses Instituts ist nicht bekannt. Doch ein Ereignis hat es in die Chronik der Stadt Angermünde geschafft. Die Rede ist vom schweren Einbruch, der sich in der Nacht vom 8. zum 9. Dezember 1837 im Kreishaus in der Richtstraße ereignete. Nach der Tat informierte Landrat Albert Otto von Wedel-Parlow im Amtsblatt über das Verbrechen. Er war Vorsitzender der Sparkassenverwaltung. Die Beute bestand aus den Barbeständen im Tresor sowie aus einem gleichfalls gewaltsam geöffneten Schreibpult. Münz- und Papiergeld fiel den Tätern in die Hände.

Für nützliche Hinweise zur Beschreibung der Gauner, Aufklärung des Verbrechens sowie möglichst umfänglichen Sicherung des Diebesguts versprach der Landrat eine stattliche Belohnung. Den Informanten wurde auch die Geheimhaltung des Namens zugesichert. 25 Taler lockten. Für dieses Geld konnte der Hinweisgeber damals zum Beispiel 750 Liter Bier für die Silvesterfete 1837 erwerben. Oder er legte das Geld lieber vernünftigerweise zu 2,5 Prozent Zinsen auf einem Sparbuch an.

  • © Historisches Archiv des OSV

Spannende Spardosen aus dem Archiv

Seit einigen Wochen beschäftigen wir, die Werkstudent*innen des Historischen Archivs, uns mit dem Sichten verschiedener Spardosen aus dem Nachlass eines begeisterten Sammlers. Dieser hatte im Laufe seines Lebens über eintausend Spardosen aus den verschiedensten Teilen der Erde gesammelt und konnte dabei sowohl einige skurrile als auch historisch interessante Exemplare ergattern. Zwei möchten wir hier präsentieren und kurz einordnen.

Bild 1 – Ausgelaufener Farbeimer

Diese Spardose hat eine Höhe von circa 18 cm und entstand in den 1980er Jahren. Künstlerisch war zu dieser Zeit unter anderem die Richtung der aus dem Punkrock hervorgegangenen New Wave und der Pop-Art mit bekannten Vorreitern wie Andy Warhol populär.

Sichtbar wird in der Spardose vor allem der Einfluss des australischen Künstlers Geoffrey Rose, der in seiner Werkreihe „Frozen Moments“ aus den späten 1970er Jahren eingefrorene Objekte und Alltagssituationen zeigt. Oftmals stellt er dabei auslaufende Objekte wie Getränkedosen dar, wodurch die besondere Ähnlichkeit zum hier gezeigten Farbeimer ersichtlich wird.

Die Spardose wurde von der Firma „American Paint Factory“ hergestellt und ist sowohl in anderen Farben als auch mit der Funktion eines Aschenbechers erhältlich. Wer die Spardose erwerben will, muss je nach Größe mit Preisen von circa 175 bis 330 Euro rechnen.

Bild 2 – Nähmaschinen-Spardose der Marke Singer

Diese etwa 13 cm hohe Spardose in Form einer Nähmaschine der Marke Singer mit dem Schriftzug „Nähe elektrisch“ aus den 1930er Jahren stammt von der Manufaktur Ruppel in Gotha.

Der Nähmaschinen-Hersteller Singer, gegründet im Jahr 1851 in den USA von Isaac Merritt Singer und Edward Clark, gilt als Erfinder der ersten praktikablen Nähmaschine mit Geradstich. Spardosen wie diese wurden mit dem Zweck entworfen, Kinder schon früh an die Bedienung mit Geräten wie diesen heranzuführen. Schon damals wurden derartige Maschinen per Ratenkauf angeboten, wodurch Kinder mit einer solchen Spardose bereits früh damit beginnen konnten, darauf zu sparen.

Gehandelt werden die Nähmaschinen-Spardosen für 200 bis 250 Euro.

Sophie Plöger & Theo Runge

  • Ausstellungstafeln und Rollup zur Geschichte der Sparkasse Muldental : © Historisches Archiv des OSV

Ausstellungseröffnung in Wurzen

Am vergangenen Freitag war es soweit. Im Beratungscenter in Wurzen wurden unsere Jubiläumsausstellungen für die Sparkasse Muldental am zweiten Standort feierlich eröffnet. Vom Sparkassenvorstand Stefan Müller, dem Landrat Henry Graichen sowie dem Oberbürgermeister Marcel Buchta. Warum gerade Wurzen? Aus den Kreissparkassen Wurzen und Grimma entstand Anfang 1993 die heutige Sparkasse. Beim Event wurde, auch vom Autor, insbesondere auf die historische Sparkassengründung 1847 vor Ort eingegangen. Es handelte sich um das erste von Anfang an kommunale Institut in der Region.

Die Geschäftsstelle war damals die sogenannte Bürgerstube, die sich links vom Eingang in den oberen Rathaussaal befand. Nach Aussage des Oberbürgermeisters ist dort heute die Stadtbibliothek. Am 14. Juli 1847 stellte die Sparkasse für Emil Ulrich das erste Sparbuch aus. Insgesamt kamen am Eröffnungstag 273 Taler, 6 Neugroschen und 2 Pfennige zusammen. Der Taler bestand im Königreich Sachsen übrigens aus 30 Neugroschen zu je 10 Pfennigen. Das war schon ein Schritt in Richtung Dezimalsystem. Dass die Sparkasse nur Einzahlungen annahm, wenn die Kasse nicht voll war, und der Bürgermeister persönlich die Kreditanträge annahm, waren weitere unterhaltsame Geschichtsfakten.

Nicht nur auf Tafeln, sondern auch in Vitrinen können bis zum Jahresende die Zahlungsmittel gesichtet werden, mit denen die Sparkasse in ihrer langen Geschichte schon zu tun hatte. Das Historische Archiv des OSV hat diese aus seinem Bestand bestückt. Es gibt aber auch interessante Objekte aus dem Sparkassenmuseum in Grimma zu sehen. Schauen Sie doch gern während der Öffnungszeiten bei der Sparkasse am Jacobsplatz vorbei. Wir wünsche Ihnen an dieser Stelle schöne Einblicke in die Historie der Sparkasse und des Geldes.

  • Im Haus der ehemaligen Kreissparkasse am Markt 10 ist heute eine Filiale der Sparkasse Vorpommern untergebracht. (Ansichtskarte Verlag Dr. Phot.-Anst. Dresden, um 1920; Bestand: Historisches Archiv des OSV) : © Historisches Archiv des OSV

Recherche in Greifswald

Greifswald ist nicht nur Hauptsitz der Sparkasse Vorpommern. Hier befindet sich auch eine Stelle des Landesarchivs von Mecklenburg-Vorpommern, das interessante Akten beherbergt. Konkret handelt es sich um Schriftgut der preußischen Aufsichtsbehörden, die zum Beispiel Satzungen genehmigten und Jahresabschlüsse kontrollierten. In diesen Beständen wurden gestern Gründungsdaten von historischen Sparkassen der Region recherchiert.

Für das oben abgebildete Institut war das nicht nötig. Es liegen uns schon einige Informationen vor. So wirkte bereits vor 170 Jahren eine Sparkasse für den Kreis Greifswald. Sie eröffnete am 5. Januar 1856. Sitz und Hauptgeschäftsstelle befanden sich am Markt 10, wo heute die moderne Sparkasse im alten Gebäude eine Filiale unterhält. Dort wurden im ersten Jahr über 30.000 Taler eingezahlt. Im Archiv sind solche ersten Geschäftsdaten von damals übrigens durch eine Akte überliefert.